Aus meiner stetig wachsenden Bildersammlung diverser Medien und eigener Fotografien kreiere ich in einem langen Prozess im virtuellen Raum Szenarien, die sich nach und nach herauskristallisieren. Ich kombiniere verschiedene Szenen, gestalte unterschiedliche Perspektiven und Grössenverhältnisse, mixe mehrere Zeit- und Bewusstseinsebenen miteinander und setze mein Augenmerk auf ganz bestimmte Farb- und hell-dunkel Nuancen. Bis die Vorlage die für mich stimmige Aussage hat, wird viel kreative Zeit investiert und eine Menge Möglichkeiten werden durchgespielt. Es entstehen dabei meist anziehende, fremde Bildräume in denen Figuratives, Mensch, Tier und Maschinen zu Situationen verschmelzen und zu einer authentischen Atmosphäre emulgieren. Die Fotografie als solche betrachte ich nicht als „Mörderin der Malerei“, vielmehr instrumentalisiere ich sie als Stilmittel.

Nach dem Prozess der Bildentwicklung folgt eine wochenlange Arbeit der Ausführung nun im Medium der Malerei. Dafür übertrage ich einen vergrösserten Ausdruck der digitalen Vorlage in klassischer Oelmaltechnik ohne andere technische Hilfsmittel auf die Leinwand. Ich arbeite dabei mit historischen Maltechniken wie Primamalerei und Sfumato, welche mir eine mikrotonale Abstufung der Farbtöne erlauben und so den fotografischen Vorlagen gerecht werden. Da ich sehr präzise und langsam arbeite, dürfen die Farben nicht schnell trocknen. Deshalb werden die aus den Grundfarben gemischten Farbtöne kühl gelagert und zusätzlich mit Mohn- und/oder Nelkenöl angereichert.

 

Der Zyklus Hades und Elysium entsteht derzeit auf der Grundlage von Fotografien aus einem Konvolut der US-Amerikanischen Library of Congress Washington DC. Dabei handelt es sich um zahlreiche gescannte Farbdiapositive aus den Jahren 1939 bis 1943. Alle diese historischen Aufnahmen wurden mit Blitzlicht aufgenommen. Gleichzeitig verwende ich eigene Naturaufnahmen (Makro- und Weitwinkelaufnahmen) welche ebenfalls geblitzt sind. Mit diesen sehr gegensätzlichen Motiven wie einerseits den Fotografien von industriellen Fertigungen der Vierzigerjahre und andererseits der Naturfotografie schaffe ich ambivalente, merkwürdige Ansichten und Szenen. Den Einstieg in diesen informellen Existenzraum finde ich nicht durch einen vorgegebenen Universalschlüssel, sondern durch einen sehr Persönlichen - oft durch die Fragestellung der alltäglichen Dinge. „Hades und Elysium“ sehe ich als eine Referenz an Hieronymus Boschs „Himmel und Hölle“.

 

Camille Hagner 2011

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus  meiner  stetig  wachsenden  Bildersammlung diverser Medien  und

eigener Fotografien  kreiere  ich  in einem  langen  Prozess im virtuellen

Raum Szenarien, die sich nach und nach herauskristallisieren.  Ich  kom-

biniere  verschiedene  Szenen,  gestalte  unterschiedliche Perspektiven

und   Grössenverhältnisse,   mixe   mehrere    Zeit-  und   Bewusstseins-

ebenen  miteinander  und  setze  mein  Augenmerk  auf  ganz  bestimm-

te Farb- und hell-dunkel Nuancen. Bis die Vorlage die für mich stimmige

Aussage hat,  wird  viel kreative  Zeit investiert und  eine Menge Möglich-

keiten  werden  durchgespielt.   Es  entstehen  dabei  meist anziehende,

fremde  Bildräume   in    denen  Figuratives,  Mensch,  Tier   und  Masch-

schinen  zu  Situationen  verschmelzen  und zu  einer   authentischen  At-

mosphäre  emulgieren.  Die  Fotografie  als  solche  betrachte ich  nicht 

als „Mörderin der Malerei“,  vielmehr  instrumentalisiere  ich  sie   als Stil-

mittel.

Nach  dem  Prozess  der  Bildentwicklung folgt eine wochenlange Arbeit

der  Ausführung nun  im  Medium der  Malerei. Dafür übertrage ich einen

vergrösserten  Ausdruck   der  digitalen  Vorlage  in  klassischer Oelmal-

technik  ohne  andere technische welche   mir   eine  mikrotonale Abstuf-

fung  der  Farbtöne  erlauben  und  so  den fotografischen  Vorlagen ge-

recht   werden.  Da  ich  sehr  präzise  und  langsam  arbeite,  dürfen  die 

Farben  nicht  schnell   trocknen. Deshalb  werden  die   aus  den Grund-

farben gemischten Farbtöne kühl gelagert und zusätzlich mit Mohn- und/

oder Nelkenöl angereichert.